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Freizeittipp: Kanuwandern in Hessen
Kanu
Ffm, 26.07.2010; In Hessen sind viele Flusskilometer mit dem Paddel zu erwandern. Bei der sommerlichen Hitze ein willkommenes Erlebnis.
Lahn
Naturerlebnis am Wasser
Der aktuelle Juli in 2010 hat noch die Chance, der heißeste zu werden, seit Beginn der Temperaturaufzeichnung um 1901. Wie kann man ein heißes Wochenende im Hochsommer aktiv gestalten, wenn es zu heiß ist für viele sportliche Aktivitäten im Freien, und die Stadt unter einer Hitzeglocke schwitzt? Etliche zieht es ans Wasser, in die Freibäder oder an die Badeseen. Immerhin eine Möglichkeit der brütenden Hitze zu entkommen. Wem das zu unsportlich ist, dem kommt vielleicht die Idee, die Natur der näheren Gegend während einer Flusswanderung im Kanu oder Kajak zu entdecken. Auf diese Weise lässt sich das Naturerlebnis kombinieren mit sportlicher Aktivität in erträglicher Kühle auf dem Wasser.
Lahn
Möglichkeiten in Hessen und im Umkreis von Frankfurt
Wo gibt es in Hessen die Möglichkeit mit dem Paddel aufs Wasser zu gehen? In Nordhessen besteht diese Möglichkeit auf der Diemel, der Weser, der Werra, der Eder und der Fulda. In Mittelhessen bieten sich die Lahn, die Kinzig und die Nidda an. Im Süden Hessens sind der Neckar, der Main und der Altrhein befahrbar. An allen genannten Flüssen, außer am Altrhein gibt es Veranstalter, die Boote und Ausrüstung verleihen. Während die oben erwähnten Flüsse keine Schwierigkeiten bereiten, ist der Main als viel befahrene Wasserstraße nur erfahrenen Kanuten zu empfehlen.
Schleuse
Eine Tour auf der Lahn
An einem Wochenende fahre ich mit dem Auto spontan an die Lahn. Da ich mich nicht angemeldet habe, gelingt es mir erst beim zweiten Veranstalter, ein Boot zu ergattern. Handtuch und eine Wechselgarnitur, sowie Proviant und eine Kamera packe ich in die wasserdichte Tonne. Bei Wetzlar geht es auf die Lahn. Der Einstieg ist der erste kritische Moment, dann geht es anhand einer Flusskarte flussaufwärts in Richtung Gießen. Das ist hier kein Problem, weil die Strömung kaum wahrnehmbar ist. Nach einigen Flusskilometern kommt das erste Wehr in Sicht, und die Schleuse, um es zu überwinden. Die Schleusen am oberen Flusslauf der Lahn sind für die Selbstbedienung ausgelegt. Wer einmal gesehen hat wie’s geht, kann die Schleuse bedienen, ansonsten gibt es eine Anleitung des Bootsverleihers. Es dauert etwa 15 Minuten, bis das Hindernis passiert ist. Weiter geht es durch eine Allee aus Teichrosen, bis nach einer Etappe auf dem Fluss die zweite Schleuse in Sicht kommt. Die Auen an der Lahn sind landschaftlich sehenswert, sodass ich die Kamera heraushole, um Fotos zu machen. Kurz vor Gießen, nach ca. acht gepaddelten Kilometern geht es wieder zurück. Insgesamt ein lohnendes Naturerlebnis, und der Betrieb auf dem Fluss zeugt von der Beliebtheit des Paddelsports.
Anleger
Organisation: Anfahrt/Abfahrt und Verleih
Wer ein eigenes Boot hat, fährt mit dem Auto zur Einstiegsstelle. Zu bestimmten Zeiten dürfen einige Gewässer wegen Brutzeiten oder Hochwasser nicht befahren werden. Auf der Diemel brauchen private Paddler eine Genehmigung. Ohne ein eigenes Boot lässt sich ein Kanu oder Kajak an einem Verleih mieten. Das kostet pro Person und Tag weniger als 30 Euro, und sollte im Vorfeld reserviert werden. Je nach Einstieg und Etappe kann man den Verleih auch mit dem öffentlichen Nahverkehr (z.B. RMV, NVV; der RMV bietet ein KanuTicket an) erreichen. Auch mehrtägige Touren werden angeboten. Zur Ausrüstung gehört Proviant, trockene Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenschutz, Mückenspray, Landkarte und Handy. Vom Bootsverleih gestellt werden: Kanu, Paddel, Leine, Schwimmweste, wasserdichte Tonne/Sack, Gewässerinformation und Streckenverlauf. Nach einer kurzen Einweisung durch den Betreiber zu Paddeltechnik und Naturschutz sollte man fragen. Ein Rücktransport zur Verleihstation ist auf den Standardstrecken organisiert. Zu Genehmigungen und Pegelständen informiert der Hessische Kanu-Verband e.V. im Internet.
(bj)

Letzte Aktualisierung: Freitag, 13. August 2010

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